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Der Markt Kastl

    

Die Handlung

1. Bild Der Schalksnarr macht sich Gedanken über die Welt, über das, was Bestand hat und was sich stets verändert. Er gibt dem Zuschauer eine kurze Einführung in das geschichtliche Umfeld des 14. Jahrhunderts und weist auf das Nahen des Todes hin. Mit seinem Abgang beginnt das Spiel.

Wir schreiben das Jahr 1319. Königin Beatrix, die Frau König Ludwigs des Bayern weilt mit ihren drei Kindern, Mechthild, Ludwig und der kleinen Prinzessin Anna im Kloster Kastl. Die kleine Prinzessin , ein kränkliches Kind, stirbt in den Armen ihrer Zofe, während die Kinder des Marktes mit den zwei übrigen Königskindern spielen.

Einige Tage später treffen der König und Schweppermann mit ihrem Gefolge im Kloster ein. Der König ist tief bestürzt über den Tod seiner Tochter. Da aber Staatsgeschäfte rufen, muss er das tote Kind in der Obhut der Mönche zurücklassen. Sie balsamieren den kleinen Leichnam ein und geben ihm in der Klosterkirche eine würdige Ruhestätte.

2. Bild Zwei Jahre vergehen. – das Jahr 1321 ist angebrochen

Im Kloster liefern die Bauern gerade ihren Zehent ab. Es ist der Jahrtag vom Tod der kleinen Prinzessin. Frau Kathrein, die Frau von Seyfried Schweppermann, ihre Tochter Anna und die Söhne Hartung, Seitz und Otto warten auf die Rückkehr ihres Vaters und hoffen auf den Besuch von König Ludwig. Die Söhne betrachten die Gefolgschaft ihres Vaters gegenüber König Ludwig sehr kritisch. Sie nehmen es dem König übel, dass er Johann von Böhmen die Reichsstadt Eger und die Ämter Floß und Parkstein verpfändet hat. Sie fürchten, dass der Böhme auch noch den Nordgau, also ihre Heimat verlangen könnte, wenn er, Johann, dem König weiterhin zur Seite stehen solle.

Trautwein Aystett, ein angehender Klosterbruder fühlt sich mit seiner Bestimmung als Frater nicht wohl. Er hat sich heimlich in die Schweppermannstochter Anna verliebt und möchte außerdem gerne als Knappe in den Dienst des Königs treten. Abt Siboto erfüllt ihm seinen Wunsch und entlässt ihn aus seinem Versprechen.

Als der König nach Böhmen aufbricht, um mit Johann über ein Bündnis gegen Friedrich von Österreich zu verhandeln, lehnt Schweppermann eine Begleitung ab. Sein Sohn Otto begleitet ihn und Trautwein tritt an seiner Stelle als Knappe in den Dienst Schweppermanns.

3. Bild In der zweien Hälfte des Jahres 1321.

Schweppermann könnte zu Hause seinen Ruhestand genießen, aber er trauert dem Leben als Ritter und Feldherr nach. Als ihn ein Pilger zu sprechen wünscht, gibt sich dieser als Bote von König Friedrich von Österreich zu erkennen. Er versucht ihn zum Verrat zu überreden und verspricht ihm Besitztümer, Ehren und Titel für seine Söhne. Schweppermann lehnt empört ab und kann wenig später seinen Schwager Konrad Rindsmaul empfangen, der ihm den Ruf König Ludwigs übermittelt, ihm im Kampf gegen Friedrich den Schönen von Österreich als Feldherr zu dienen. Erfreut reitet Schweppermann mit seinen Söhnen und Trautwein von neuem aus in Richtung Mühldorf (im heutigen Oberbayern). In einer rührenden Szene nimmt Trautwein Abschied von seiner Anna. Sie und Frau Kathrein bleiben in der Sorge um den Ausgang des Kampfes und das Leben ihrer Lieben zurück.

4. Bild Es spielt im Jahr 1322.

Das Spiel wird nun durch den Auftritt der allegorischen Gestalten Zwietracht, Not und Tod unterbrochen. Sie künden die Schlacht bei Mühldorf an, philosophieren über Sinn und Unsinn des Krieges und schildern schließlich in groben Zügen den Verlauf der Schlacht.

Zuhause geloben Frau Kathrein, der Abt des Klosters und viele andere Wohltäter bei einem guten Ausgang, dem Kloster eine große Glocke zu stiften, die den Sieg über Friedrich den Schönen in alle Welt verkünden soll.

Edelfrauen aus dem Nordgau schenken „viel kostbar Metall von Silber“ und Geschmeide, und der Glockengießer stellt ein naturgetreues Modell des Gussauftrages vor.

Da überbringt der Sohn Otto die erlösende Kunde vom Sieg König Ludwigs und beschreibt den Verlauf der Schlacht und die Begebenheiten danach. Er schildert auch jene Szene, die Schweppermann sprichwörtlich machte, als König Ludwig an seine Mannen Eier verteilte. Es waren zu wenige Eier: Jedermann ein Ei, dem frommen Schweppermann zwei.

Außerdem kann er versprechen, dass alle wohlbehalten in den Nordgau zurückkehren werden.

5. Bild Das Jahr 1323 hatte begonnen. Das Dorf und das Kloster erwarten wieder den Besuch des Königs. Dem Ort wird das Marktrecht verliehen. In einem heiteren Zwischenspiel der Marktkinder wird der Sieg König Ludwigs und die Szene mit Schweppermann und den zwei Eiern nachgespielt. Der König ist gerührt und voll des Dankes. Er schlägt Trautwein zum Ritter und bittet in seinem Namen um die Hand von Anna, der Tochter von Seyfried Schweppermann. Er verspricht, die Hochzeit auszurichten und kündet allen von seinen weiteren Plänen. Seyfried Schweppermann soll für ihn den Nordgau behüten, während er nach Rom hinzieht, um die Kaiserkrone zu empfangen. Zum Abschied begleiten ihn die guten Wünsche und der mächtige Klang der gestifteten „Kaiserglocke“.

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